Der Hofemühlenstollen im Bielatal

Die Wasserkraft der Biela wurde in Königstein von verschiedenen Mühlen genutzt. Eine dieser Mühlen war die wahrscheinlich schon seit dem 15. Jahrhundert bestehende Hofemühle. Die Mühle existiert heute nicht mehr, auf ihrem Grundstück befindet sich seit 2002 das Gerätehaus der freiwilligen Feuerwehr Königstein.

 

Unweit des ehemaligen Mühlenstandortes befindet sich am Bielahang eine kleine Stollenanlage, die nach der Mühle benannt ist. Der Königsteiner Hofemühlenstollen ist ca. 50 Meter lang. Er wurde weitgehend in natürlichen Klüften aufgefahren, so dass Auffahrungs- und Abbauspuren nur an wenigen Stellen vorhanden sind. Nur an zwei kleinen Stellen weicht der Stollen kurz von der natürlichen Klüftung ab. Der Verlauf in der Kluft bringt eine stark schwankende Höhe mit sich, die zwischen etwa 0,5 Meter und 1,5 Meter beträgt.

 

Über die Geschichte des Stollens liegen kaum Informationen vor. Es kann vermutet werden, dass die Anlage der Wasserversorgung diente. Dafür sprechen auf der Sohle verlegte Wasserrohre, zwei im Querschnitt vorhandene (heute kleine) Ziegelmauern, ein im hinteren Teil des Stollens vorhandener und sauber behauener kleiner Sandsteintrog (48x70 Zentimeter) sowie ein kleines vor der Ortsbrust in der Stollensohle eingehauenes Sandsteinbecken.

 

Heute ist der Stollen mit einer Gittertür verwahrt und dient als Fledermausquartier. Im Zuge der Winterkontrollen dieses Quartiers wurden in den letzten Jahren folgende Fledermausarten im Stollen festgestellt: Fransenfledermaus, Kleine Hufeisennase, Wasserfledermaus. Im vorderen Bereich des Stollens sind zudem regelmäßig zahlreiche Larven von Feuersalamandern anzutreffen.