Der St.-Michaelis-Stolln im Sebnitztal bei Altendorf

 

Der St.-Michaelis-Stolln befindet sich im Sebnitztal bei Altendorf etwa 200 Meter oberhalb der Mündung des Schwarzbachs in die Sebnitz. Unweit des Mundlochs stand die 1985 durch Blitzschlag zerstörte Buttermilchmühle. Der Stollen wurde bereits im Zweiglimmergranodiorit der Lausitz aufgefahren, er liegt etwa 1 Kilometer östlich der Lausitzer Überschiebung. In dichter Nachbarschaft liegt das Flächennaturdenkmal des Pinsenberges, der aus Tephrit, ein in den Sandstein eingedrungenes Vulkangestein, aufgebaut ist.

 

Der Bergbau reicht in der Umgebung von Altendorf urkundlich bis ins 16. Jahrhundert zurück. Alte Akten nennen für die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts 9 verschiedene Gruben, darunter auch die "Heilige Dreyfaltigkeit gegen die Süntzbach" (richtigerweise wohl Sebnitzbach). Diese Grube dürfte den Ursprung des heutigen Stollens darstellen. Über die Ergebnisse dieses frühen Bergbaus sind keine Informationen bekannt.

 

1753 mutete der Steiger Joh. Christ. Häntzschel den "St. Michael-Erbstolln" mit 1 unteren und 2 oberen Maaßen, auf dem Grundstück, auf dem auch die alte Grube "Heilige Dreyfaltigkeit" vermutet wird. In den nächsten reichlich 18 Monaten trieben 2 Hauer den Stollen auf einer Länge von 20 Lachtern (ca. 40 Meter) ins Gebirge. 1756 wurde dann tatsächlich etwas Bleiglanz entdeckt. Mit dieser Erfolgsmeldung wurden noch im Sommer 1756 neue Gewerken als Geldgeber angeworben. Der gleichzeigig ausbrechende Siebenjährige Krieg ließ den Bergbau aber endgültig zum Stillstand kommen.

 

Der St.-Michalis-Stolln folgt einem stehenden Gang, in dem Kupferkies (Chalkopyrit) vermutet wurde. Man fand tatsächlich "derben Kies (Pyrit) mit einer rußigten Schwärze (eisenhaltiges Material)". Der Stollen folgt dem Gang auf einer Länge von 78 Metern. Seine Höhe liegt bei 1,5 bis 1,8 Meter, die Breite bei durchschnittlich bei 0,6 Metern. Im vorderen Bereich ist eine kurze Abzweigung nach Osten mit einer Länge von ca. 3 Metern angelegt. Bei 74 Metern zweigt ein etwa 10 Meter langes Seitenort nach Westen ab. Hier findet sich an der Ortsbrust ein 7 Zentimeter mächtiges Quarztrum. Abbauversuche sind im gesamten Stollen jedoch nicht erkennbar, genauso fehlen Spuren einer Vererzung.

 

Heute ist der Stollen mit einer Gittertür verwahrt und dient als Fledermausquartier. Im Zuge der Winterkontrolle dieses Quartiers wurden 2015/16 folgende Arten im Stollen aufgefunden: Bartfledermaus, Bechsteinfledermaus, Fransenfledermaus, Großes Mausorh, Wasserfledermaus.

 

 

Heute ist der Stollen mit einer Gittertür verwahrt und dient als Fledermausquartier. Im Zuge der Winterkontrolle dieses Quartiers wurden 2015/16 folgende Arten im Stollen aufgefunden: Bartfledermaus, Bechsteinfledermaus, Fransenfledermaus, Großes Mausorh, Wasserfledermaus.

 

Literatur und weiterführende Informationen

  • S. Börtitz, W. Eibisch: Die Höhlen der Sächsischen Schweiz. in: Jahrb. Staatl. Mus. Mineral. Geol. 1962, Dresden 1962, S. 177-264
  • Wolfgang Eibisch: Reste alten Bergbaus im Gebiet der Sächsischen Schweiz. in: Sächsische Heimatblätter 8/1958, S. 501-506
  • Johannes Langer: Der ostelbische Bergbau im und am Gebiet der Dresdner Heide und der Sächsischen Schweiz. in: Neues Archiv für sächsische Geschichte und Altertumskunde, Band 50, Dresden 1929, S. 1-66
  • W. Reichel et.al.: Goldseifen und Erzbergbau im östlichen Meißner Hochland. Geologica Saxonica 58(2012), Dresden 2015